Begeisterte Zuhörer in Mosbach

Die Vortragsveranstaltung des Kreisfeuerwehrverbandes im Rahmen des Jahres der Feuerwehr "Abenteuer in Rot" war für alle Teilnehmer eine sinnvolle Weiterbildung.

Rund 130 Führungskräfte aus den Reihen von Feuerwehr, Politik, Polizei, DLRG und anderer Organisationen lauschten am Samstag, 08.09., vier Referenten zu aktuellen Themen des Rettungswesens.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Andreas Hollerbach, begrüßte pünktlich um 8.45 Uhr die Anwesenden und gab nach einigen organisatorischen Hinweisen das Wort an den ersten Referenten, Björn Lüssenheide.

THEMA:
Atemschutzunfälle

Lüssenheide, Oberbrandmeister bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück und Gründer des Internetportals www.atemschutzunfaelle.eu , zeigte Bilder von Atemschutzunfälle der letzten Jahre in der ganze Welt und erläuterte wie sie zu eventuell hätten verhindert werden können. Lüssenheide bemängelte vorallem, dass es keine Pflicht zur Meldung von Unfällen im Feuerwehreinsatz an eine zentrale Stelle gäbe. Durch eine zentrale Erfassung könnten Material- und Anwendungsfehler schneller und effizienter bearbeitet werden.

Oftmals hätten sich Unfälle durch den Einsatz sinnvoller Schutzausrüstung und besserer Ausbildungsmethoden der Atemschutzgeräteträger vermeiden lassen. Lüssenheide stellte unter anderem verschiedene Möglichkeiten vor, mit wenig Kosten, die Ausrüstung der Feuerwehren effektiver zu nutzen und die Atemschutzgeräteträger besser und realitätsnaher auszubilden.

Weitere Informationen:
www.atemschutzunfaelle.eu
pdf Präsentation zum Thema Atemschutzunfälle 7.02 Mb
zip Film zum Thema Schlauchpakete (WMV-Datei gezippt) 8.42 Mb


THEMA:
Schutzkleidung - DIN EN 469 vs. HuPF

Christian Pannier, Dipl.-Ing. für Sicherheitstechnik bei der Lion Apparel Deutschland GmbH, informierte die Anwesenden über die Unterschiede der verschiedenen Normen im Bereich der Feuerwehrschutzbekleidung. Es gelang ihm, so das vorherrschende Chaos in Bezug auf die verschiedenen Normen und Fassungen der Normen zu lichten. Zur Zeit geistern verschiedene Normen durch die Presse und in den Köpfen der Verantwortlichen: die Europäische Norm EN 469, die DIN EN 469 in verschiedenen Fassungen und die HuPF (Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzkleidung). Er erläuterte die Unterschiede zwischen der Anforderungsnorm EN 469, die beschreibt, welche Anforderungen die Schutzkleidung der Feuerwehren entsprechen müssen und der DIN EN 469. Außerdem erläuterte er die Umsetzung der HuPF, die neben den Anforderungen auch noch die Umsetzung des geforderten auf den Millimeter genau beschreibt.

Weitere Informationen:
pdf Präsentation zur EN 469 und HuPF 606.65 Kb
HuPF bei der Wikipedia


THEMA:
Führung - Warum Führung versagt

Trotz sorgfältiger Planung und Terminabsprachen, konnte der Städtische Branddirektor der Stadt Dortmund nicht persönlich nach Mosbach kommen. Dirk Aschenbrenner musste berufsbedingt rund 36 Stunden vor Beginn seines Vortrages absagen. Dieses Problem konnten die Verantwortlichen des Kreisfeuerwehrverbandes in Zusammenarbeit mit Herrn Aschenbrenner jedoch mittels Technik lösen: Dirk Aschenbrenner sollte per Telefon zu den Anwesenden sprechen und so über das Thema "Warum Führung versagt" referieren; der Vortrag wurde lokal per Beamer visuell dargestellt. Zu dem geplanten Beginn war er allerdings dann aktiv im Einsatz in Dortmund. Mit 15 Minuten Verspätung konnte er jedoch dann per Telefon, welches auf die lokale Verstärkeranlage geschaltet wurde, den anwesenden Führungskräften anhand aussagekräftiger Beispiele einige Tipps geben, wie Führung vebessert und trainiert werden kann und muß. Trotz einer unüblichen "Mischung" (Folienvortrag lokal, Stimme via Telefon) war auch dieser Vortrag ein weiteres Highligt an diesem Samstag, was die Anwesenden mit entsprechendem Beifall bekundeten.

 

Weitere Informationen:
pdf Präsentation zum Thema Führung 3.52 Mb


THEMA:
Nachtlandung eines ITH (Intensivtransporthubschrauber)

Peter Kennemann von der HDM Luftrettung gGmbH in Nürnberg, stellte die HDM Luftrettung gGmbH als gemeinnützige Gesellschaft im Team der DRF und deren Historie vor. HDM fliegt als einzige Organisation in Deutschland auch bei Nacht. Kennemann ging in seinem ausführlichen Vortrag vorallem auf die Nachtflüge und die Ausleuchtung des Landesplatzes durch die Hilfsorganisationen ein. Oftmals seien die Feuerwehren nicht richtig auf solche Einsätze vorbereitet. Mit Hilfe einer Checkliste, die in den nächsten Wochen allen Feuerwehren im Neckar-Odenwald-Kreis per Post zugeht, lassen sich zukünftig die Unsicherheiten bei den Feuerwehren beseitigen und erleichtern den Piloten die Arbeit erheblich.

Weitere Informationen:
pdf Merkblatt zur Ausleuchtung eines Hubschrauberlandeplatzes bei Nacht 164.68 Kb
www.hdm-luftrettung.de

 

ABSCHLUSS:

Andreas Hollerbach bedankte sich bei allen Referenten mit einem kleinen Präsent für Ihre Vorträge. Ein besonderer Dank ging an die Feuerwehr Mosbach mit Ihrem Abteilungskommandant Bernhard Schmitt, die die Bewirtung und Vorbereitung der Veranstaltung übernommen hatten. Bei Martin Kaiser, Kommandant der Feuerwehr Hardheim, bedankte sich Hollerbach ganz besonders: Kaiser hatte in den vergangenen Monaten die Auswahl der Referenten und Themen, sämtlich Absprachen und die komplette Vorbereitung der Veranstaltung übernommen.

mag.

 

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